Bus-Simulatoren Spezial PC-PS2-DC

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furanos
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Bus-Simulatoren Spezial PC-PS2-DC

Beitragvon furanos » 01.01.2013, 17:13

Seit einigen Jahren herrscht auf dem PC-Markt ein Überschuss von Simulatoren.
Darunter befinden sich neben Totalausfällen auch einige Lichtblicke. Wie z.B. Bus-Simulatoren welche durchaus auch Spielspaß aufweisen können.

Wie viel Spaß diese machen, erzähl ich euch jetzt.

--- Toyko Bus Guide --- (DC)

Im Jahre 1999, noch einige Jahre bevor die ersten kommerziell vertriebenen Bus-Simulatoren das Licht der Welt erblickten, gab es im fernen Japan den Tokyo Bus Guide für den SEGA Dreamcast.
Das Spielprinzip ist simpel. Fahre den Bus von A nach B und halte gelegentlich an den Haltestellen an.
Was sich leicht anhört kann schon mal ganz schnell zu einer echten Herausforderung werden. Es gibt einige Sachen die man beachten muss.
Da der Tokyo Bus Guide nur in japanischen Gefilden erschien ist er komplett in japanischer Sprache. Das macht allerdings nichts, die Dinge erklären sich von selbst.
Einzig die "Story" in Form von stattfindenden Gesprächen bleibt auf der Strecke.

Es gibt 3 verschiedene Routen die zu 3 Tageszeiten befahrbar sind. Die Szenerie ist trotz der marginalen Grafik wunderschön und kommt gut zur Geltung.
Mal wird in der Dichten Stadt, auf dem Land, Vororten oder auf Bergpässen. Dabei sind die Routen von unterschiedlicher Länge.
Für die erste Route mit einer Länge von 11,7km benötigt man rund 25 Minuten.



Die Route beginnt mit einer Szene von innerhalb des Busses und mit bewegten Bildern wird uns angezeigt das Leute den Bus betreten.

Mit einem Außenspiegel wird uns angezeigt das die Tür noch geöffnet ist. Mit dem Druck der A-Taste schließen wir die Türen, setzen den Blinker nach rechts (B-Taste) und betätigen per R-Trigger das Gaspedal.
Der Bus setzt sich in Bewegung und wir folgen der Route die uns mit großen grünen Pfeilen auf der Strecke und kleinen Pfeilen an der linken Bildhälfte angezeigt werden.
Unten Links im HUD befinden sich eine lange grüne Leiste. Zumindest sollte sie im Idealzustand komplett grün sein. Für jeden Fehler den wir begehen bekommen wir Punkte abgezogen.
100 Punkte stehen zur Verfügung. Der Bußgeldkatalog sieht folgende Strafen vor:

-5 Punkte Abzug:

Keine Durchsage gemacht ; zu starkes Anfahren oder Bremsen

-8 Punkte Abzug:

Falscher oder gar keinen Blinker gesetzt

-10 Punkte Abzug:

Geschwindigkeitsübertretung

-15 Punkte Abzug:

Falsche Spur oder im Gegenverkehr fahren ; Abfahrt bei geöffneter Tür

-30 Punkte Abzug:

Leichter Auffahrunfall

-70 Punkte Abzug:

Rote Ampel überfahren

-100 Punkte Abzug:

Schwerer Unfall ; Person angefahren



Die Toleranz fällt dabei ziemlich gering aus.
Positive Punkte erhält man nach jeder angefahrenen Haltestelle. Dabei muss man nicht an jeder einzelnen Haltestelle anhalten. Sobald eine Haltestelle in Sichtweite ist, erscheint an der Haltestelle ein grünes oder ein rotes Schild. Das rote signalisiert das ein Halt erforderlich ist und das grüne besagt das dort keiner ein- bzw. aussteigen möchte.

Am Ziel der jeweiligen Route folgt die Endabrechnung. Dabei bekommt man Erfahrungspunkte womit die restlichen Routen und Tageszeiten freigeschaltet werden.
Und man erhält eine Medaille. Um eine Goldmedaille zu gewinnen darf man sich nicht viele Fehler erlauben.

Die Fahrphysik ansich ist gut gelungen und kommt glaubwürdig rüber. Einziges Manko hier ist das es keine Rolle spielt ob man bergauf oder bergab fährt. Die Geschwindigkeit lässt sich hiervon nicht beeindrucken.
Von den 3 Kameraperspektiven lässt sich die zweite Außenperspektive am besten steuern da man auch die meiste Übersicht hat.
Meine favorisierte Cockpitkamera ist eher für schon erprobte Busfahrer zu empfehlen da hier die Übersicht recht klein ist was auch an dem fehlenden Rechten Analogstick liegt.

Rundum gesehen ist Tokyo Bus Guide ein gelungener Bus-Simulator der mehr Freude mit sich bringt als die meisten der aktuellen Bus-Simulatoren.
Das Prinzip bleibt immer gleich - Route fahren und möglichst wenig Fehler begehen. Eine offene und freie Welt bietet TBG zwar nicht, die ist allerdings auch nicht notwendig, denn auch so kommt genügend Freude beim fahren auf.
Wer also dem Genre der Bus-Simulatoren etwas abgewinnen kann und einfach nur Spaß am fahren haben möchte, ist hier genau richtig.

Sound 5/10
Grafik 6/10
Realismus 6/10

Spielspaß 7/10


Screenshots:

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Video:

[bbvideo=560,315]http://www.youtube.com/watch?v=RrXyX7NH7jw[/bbvideo]



--- Toyko Bus Guide 2 --- (PS2)

2005 erschien der Nachfolger des 1999 veröffentlichten Spiels Tokyo Bus Guide. Dieses mal exklusiv für die Sony Playstation 2.
Während der erste Teil vom japanischen Entwickler fortyfive entwickelt wurde, wird der zweite Teil vom ebenfalls japanischen Entwickler Succes entwickelt.
Am eigentlichen Spielprinzip hat sich nichts getan. Ziel ist es wieder die Routen so gut wie möglich zu fahren.
Allerdings wurden einige Funktionen hinzugefügt. Wie z.B. dem umfangreicheren Tutorial Mode sowie ein Herausforderungsmodus wo man auf einem Parcour sein können zeigen kann.


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Routen:

Wie im ersten Teil der Serie gibt es auch hier wieder 3 verschiedene Routen die zu 3 Tageszeiten befahrbar sind. Die einzelnen Routen sind zwischen 5 und 11 km lang und Dank der Power der PS2 hat der Verkehr auf den Straßen Tokyo's hat deutlich zugenommen.
Die Routen sind alle auch Rückwärts befahrbar. Dafür muss man allerdings erst einmal genügen Erfahrungspunkte gesammelt haben.
Erstmals haben wir auch die Auswahl aus 2 verschiedenen Bussen. Diese unterscheiden sich nicht nur von Farbe und Cockpit sondern auch ein wenig am Fahrstil.
Auch an der Fahrphysik hat man gearbeitet und sie kommt nun deutlich glaubhafter rüber als im ersten Teil.
Was ebenfalls Positiv zum tragen kommt, ist der zweite Analogstick des PS2 Pads. Dadurch hat man innerhalb des Cockpits eine deutlich bessere Übersicht da man sich frei umsehen kann.
Auch die frei anzeigbaren Seitenspiegel sowie die Front- und Heckkamera steigern die Übersichtlichkeit nochmals, so macht es deutlich mehr Spaß in einer der beiden Cockpitansichten die Routen zu absolvieren.
Die großen grüne Pfeile die im ersten Teil einem den Weg gezeigt haben wurden ersetzt durch kleinere Orange Pfeile auf dem Asphalt.
Wem das alles zuviel ist kann sich auch im neuen Anfängermodus versuchen, da übernimmt die CPU das Lenkrad und man muss sich nur aufs beschleunigen und bremsen konzentrieren.

Am Bußgeldkatalog hat sich nicht viel geändert, unteranderem ist eine Strafe für das zu schnelle wechseln der Spur hinzugekommen und die Tolleranzgrenze der Fehler wurde leicht erhöht, so brauch man keine Angst vor einem Punktabzug haben, wenn man mal ausversehen die Begrenzungslinie der Ampel ein Stück zu weit überquert.
Auch auf der Sony-Konsole holt Succes nicht alles aus der Grafik heraus. Im Soundbereich tritt man 6 Jahre nach dem ersten Teil auf der Stelle.

Hat man den ersten Teil bereits gespielt wird einem direkt auffallen das sich am eigentlichen Spielprinzip nichts geändert hat.
Ziel ist es immer noch den Bus von A nach B fahren und sowenig Fehler wie möglich zu begehen.
Auch hier stehen einem 100 Punkte zur Verfügung die durch Fehler verringert oder durch das anfahren einer Haltestelle erhöht wird.
Unten rechts wird einem die erlaubte Geschwindigkeit angezeigt sowie die zu erreichende Zeit.
Neu hinzugekommen ist eine Distanzanzeige die anzeigt wie weit man von der nächsten Haltestelle entfernt ist.

Rundum hat man sich im Vergleich zum ersten Teil in fast allen Bereichen verbessert, vor allem was die Langzeitmotivation angeht.
Durch schöne gestaltete Routen, einem Time-Attack Modus und einigen Herausforderungen im Parcour kommt der Spielspaß nicht zu kurz.
Tokyo Bus Guide 2 ist ein erstklassiger Bus-Simulator der den guten ersten Teil der Serie nochmals übertrumpft.
Ein dritter Teil der Serie wurde bisher leider noch nicht angekündigt ist aber nicht ausgeschlossen.


Sound 5/10
Grafik 7/10
Realismus 7/10

Spielspaß 8/10


Screenshots:

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Video:

[bbvideo=560,315]http://www.youtube.com/watch?v=XYxiLcmUv7A[/bbvideo]



--- Bus Driver --- (PC)

Beim Bus Driver, vom tschechischen Entwickler SCS Software (18 wheels of Steel, German Truck Simulator) handelt es sich um einen Bus Simulator mit Arcade Elementen.
Dennoch kann man ihn zu den Simulatoren zählen.

Auch hier ist das Ziel natürlich von A nach B zu kommen und möglichst wenig Fehler zu begehen.
Die meisten Fehler werden beim Bus Driver beim bremsen begangen. Man braucht schon viel Gefühl bei der empfindlichen Bremssteuerung.
Selbst mit einem Gamepad mit Analog Triggern ist viel Gefühl angebracht. Es ist sogar einen Tick schwerer zu bremsen als mit der Standart Tastatursteuerung.
Für jede Aktion die man ausführt erhält man Punkte oder man bekommt welche abgezogen..

Punkte bekommt man unteranderem für:
-Blinker richtig setzen
-Grüne Ampel überfahren
-An einer Haltestelle anhalten

Negativpunkte bekommt man für:
-Nicht blinken
-Zu starkes bremsen
-Rote Ampel überfahren
-Unfall

Am Ende wird abgerechnet und man darf sich in die Top 6 Liste der jeweiligen Route eintragen.
Es gibt 30 Aufgaben die aufgeteilt sind in 5 Reihen zu je 6 Routen. Zu Beginn steht eine Reihe zur Verfügung.
Jede Aufgabe bedeutet auch jeweils eine Route, die Länge der Route variiert zwischen 3 und 20 Minuten.
Neben Routen durch die Stadt existieren auch Routen über den Highway oder durch Schneegebiete wo es auch schonmal glatt sein kann was das eh schon erschwerte Bremsen noch schwieriger macht.
Mit 12 Bussen vom normalen Stadtbus, über einen Reisebus, Schulbus oder dem englische Doppeldecker ist die Auswahl recht groß.

Die Fahrphysik ist eher im Arcade Bereich anzusiedeln. Mit Bus fahren hat das ganze nicht viel zu tun. Die verschiedenen Busse unterscheiden sich nur geringfügig und auch die Lenkung ist recht schwammig.
Die wenigen Musikstücke des Spiels gehen einem schon nach kurze Zeit auf die Nerven und auch der Sound im Spiel ist nur unterer Durchschnitt.
Die Grafik war schon für damalige Verhältnisse nur durchschnitt. Die Umgebung ist zwar ganz schön anzusehen, jedoch existieren viele matschige Texturen die das Gesamtbild trüben.

Bus Driver ist ein netter Zeitvertreib für zwischendurch. Nach gut 5 Stunden hat man jede Aufgabe absolviert. Nun bleibt einem nur noch sich selbst zu verbessern in dem man den Highscore in die Höhe jagt.
Inzwischen kann man Bus Driver für unter 10€ ergattern. Wer noch nie an einem Bus-Simulator saß und gerne in die Welt der Simulatoren eintauchen möchte ist bei Bus Driver an der richtigen Stelle.


Sound 3/10
Grafik 5/10
Realismus 4/10

Spielspaß 6/10



Screenshots:

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Video:

[bbvideo=560,315]http://www.youtube.com/watch?v=gK3leSno6Uc[/bbvideo]

--- Bus-Simulator 2009 --- (PC)

Schon alleine beim Namen Astragon bekommt der passionierte Gamer das schaudern.
Seit 2008 ist Astragon Marktführer im bereich den Simulatoren. Zu den bekanntesten gehört der Landwirtschafts-Simulator, der jährlich aktualisiert wird, der Bagger-Simulator und die Angel-Simulatoren.
2009 erschien der erste Bus-Simulator von Astragon.

Nach dem ersten Start sieht es ja schon einmal nicht schlecht aus. Als erstes gründen wir ein Busunternehmen, geben ihm einen Namen kaufen Busse und richten Linien ein. Zur Verfügung stehen uns 10 Linien jeweils mit Hin- und Rückfahrt. Um eine Linie fahren zu können müssen wir eine Einrichtungsgebühr zahlen. Mit dem Strekeneditor lassen sich weitere Variationen zu erstellen.
Bei den Bussen sind es 12, darunter Niederflurbusse, Gelenkbusse, Überlandbusse, Reisebusse und Shuttlebusse.
Welchen Bus wir brauchen hängt davon ab was wir vorhaben.
Bei Linienfahrten haben wir die Wahl zwischen einem Niederflurbus oder einem Gelenkbus. Der Gelenkbus ist die teurere Wahl bietet jedoch deutlich mehr Platz als ein Niederflurbus was sich wiederum an den Einnahmen bemerkbar macht. Für die restlichen Busarten gibt es spezielle Aufträge die zu erfüllen sind.
Die einzelnen Linien und Aufträge finden alle in der freien und offenen Stadt statt. Wer einfach nur mal fahren möchte kann dies im Freie-Fahrt Modus tun.

Wir starten die Linie an der Starthaltestelle und öffnen die Türen. Die Türen werden per Entertaste geöffnet oder geschlossen.
Beim BS09 haben wir auch die Möglichkeit jede Tür einzeln zu öffnen oder zu schließen.
Falls jemand mal kein Ticket hat ist das für uns auch kein Problem. Per Tastendruck können bzw. müssen wir auch Tickets verkaufen.
Nach der ersten Kurve merkt man direkt das die Fahrphysik nicht viel drauf hat. Vor allem in den Kurven verhalten sich die Busse recht merkwürdig. Auch die KI des kaum vorhandenen Gegenverkehrs ist mehr als dürftig.
Wie wir uns im Straßenverkehr verhalten spielt faktisch kaum eine Rolle. Es gibt Blinker, aber keine Strafen wenn wir sie nicht benutzen. Wir fahren im Gegenverkehr oder nehmen eine Abkürzung über den Gehweg. Kein Problem.
Es gibt nur 3 Sachen die wir nicht machen dürfen.
-einen Unfall bauen
-rote Ampel überfahren
-zu schnell fahren
Das nimmt einem gleich jegliche Motivation "sauber" zu fahren. Wozu den nervenden und oft aussetzenden Blinker benutzen wenn er eh keine Rolle spielt?!
Am Ende der Fahrt bekommen wir unsere Vergütung. Da wäre einmal das Honorar + Bonus und die Einnahmen der Tickets wie wir während der Fahrt verkauft haben. Für mehr Einnahmen haben wir die Möglichkeit Werbung auf unseren Bussen anzubringen.

Kommen wir zur Technik des Bus-Simulator 2009.
Technisch ist man allerdings noch nicht im Jahre 2009 angekommen. Die Systemanforderungen sind recht niedrig.
Bereits mit einem Pentium 4 mit 2GHz soll man es spielen können.
Leider sieht es auch dementsprechend aus. Die Stadt ist trist und grau, überall wo wir hinsehen finden wir matschige Texturen.
Die Busse sehen noch mit am besten aus, wobei die auch nicht vor Detailreichtum glänzen.
Der Verkehr ist nicht nur bei der KI unterster Durchschnitt sondern auch beim Aussehen. Eckige PKW's überzogen mit groben Texturen.
Trotzdem ist die Stadt meist Menschenleer und es gibt kaum Verkehr.
Die Tageszeit im Spiel ist abhängig von der Zeit der Systemuhr.
Bei den Soundfiles sind einige wie z.B. das Türöffnen oder die Ansagen ganz gelungen, aber das war es dann auch schon.
Der Sound der Motoren ist schwach und das ständige Hupen der hinter einem fahrenden Fahrzeuge einfach nur nervig.
Da ist es doch schon beeindruckend das dass laden der Karte bis zu 4 Minuten dauert, und das bei einem DualCore Prozessor und Ram weit über den Mindestanforderungen. Besonders nervig sind diese Ladezeiten besonders wenn man eine Route fährt die aufs Land führt.
Denn Stadt und Land sind getrennt und werden nach betreten einzeln geladen. Die ganzen Infos und Fakten zu den Bussen die einem während des Ladevorgangs gezeigt werden sind zwar ganz Interessant aber leider kennt man sie bei den Ladezeiten schnell auswendig.

Wer einen guten Bus-Simulator haben möchte hat genug andere Alternativen und sollte um den Bus-Simulator 2009 von Astragon einen großen Bogen machen. Die Idee dem Bus-Simulator einen Wirtschaftsteil zu spenden ist interessant und kann durchaus Spaß machen. Der Wirtschaftsteil ist auch das einzig positive was man über das Spiel berichten kann, die Simulation selbst ist allerdings misslungen was vor allem an der miserablen Technik und Physik liegt.

Sound 3/10
Grafik 3/10
Realismus 5/10

Spielspaß 5/10


Screenshots:

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--- OMSI - Der Omnibussimulator --- (PC)

Der OMSI wurde von MR Software entwickelt und erschien 2011 auf dem PC.
Das interessante daran ist das MR Software aus nur 2 Personen besteht.
Die Simulation spielt im Jahr 1989; es wird die damalige Omnibuslinie 92 in Berlin-Spandau simuliert. Zum üben steht auch ein kleines Dorf bereit mit einer kleinen Buslinie.
Mit den MAN-Doppelstockbussen SD 200 und SD202 stehen gleich 2 lizenzierte Busse in verschiedenen Ausführungen zur Verfügung.
Die einzelnen Ausführungen unterscheiden sich meist nur geringfügig.
Im Cockpit selbst hat man die Möglichkeit so gut wie jeden vorhandenen Knöpfe und Tasten zu drücken. Die meisten davon haben auch eine Funktion.
So kann man die Beleuchtung im Bus einstellen, oder die Scheibenwischanlage betätigen, die Motorkühlung betätigen oder die Heizung kontrollieren.
Im Handbuch werden alle Tasten und deren Funktionen einzeln erklärt.
Auch der KI Verkehr besteht aus lizenzierten Fahrzeigen wie VW oder Mercedes.
Neben dem Fahren wird auch hier der Fahrscheinverkauf simuliert. Jedoch kann man frei wählen ob man dem Verkauf CPU gesteuert haben möchte, ob man einfach Fahrkarten rausgibt oder ob man sich in der erweiterten Funktion auch noch selbst um das Wechselgeld kümmert.
Die Linie selbst ist recht lang, leider sind nur 3 verschiedene Linien im Spiel integriert. Dank dem im Spielumfang enthaltenen Karteneditor ist es möglich, eigene Karten und Linien für OMSI zu erstellen.
Auch die sehr aktive Community sorgt für regelmäßigen und kostenlosen Nachschub an Strecken, Routen und neuen Bussen.
Während die Standartkarten meist aus breiten Straßen bestehen die problemlos zu bewältigen sind, gibt es Communitykarten wo man seine Fahrkünste beweisen muss um den Bus durch die engen und kurvigen (Berg-)Strecken zu manövrieren. .

Wo es bei anderen Simulatoren heiß, einsteigen und losfahren, muss man sich beim OMSI erstmal einarbeiten und das Handbuch vor sich liegen haben. Wir beginnen mit dem einschalten der Elektronik und des Motors. Bevor wir losfahren müssen wir die Haltestellen- und Feststellbremse lösen. In der Aktionsleiste wählen wir die Linie aus und geben die Daten ins Rollbandsystem ein. Und dann kann es los gehen.
An jeder Haltestelle halten wir an, setzten die Haltestellenbremse und öffnen die Türen.
In unserem Fahrermenu erfahren wir wie wir uns bisher geschlagen haben. Wie oft wir zu spät gekommen sind, wieviel Unfälle gebaut wurden oder wie unsere Fahrerbewertung ist.
Dabei ist es wichtig die Fahrgäste so sanft wie möglich zu befördern. Die Geschwindigkeit spielt dabei nicht so eine große Rolle. Wichtig ist es allerdings nicht zu schnell in die Kurven zu fahren oder zu stark zu bremsen. Auch Unfälle bedeuten verärgerte Fahrgäste die sofort aussteigen wollen.
Ist dann doch ein Unfall passiert müssen wir auch hier einige Dinge beachten.
Zuerst schalten wir die Warnblinkanlage an und klicken dann im Menü auf das Sirenensymbol um die Polizei anzufordern.
Wird dies nicht getan erscheint einige Minuten nach dem Unfall eine Meldung mit den Sachen die passieren können, wie z.B. das uns ein Bußgeld und eine Abmahung vom Arbeitgeber droht.
Und auch auf die Bustemperatur muss man Acht geben. Herrschen draußen Minusgrade darf die Innentemperatur natürlich nicht 30 Grad warm sein, aber auch Minusgrade innerhalb des Busses verärgern die Fahrgäste. Also muss man dort ein wenig regulieren.

Die Sounds der Busse und der Umgebung wurde von den Originalmodellen aufgenommen. Die Fahrgäste reagieren auf zu schlechtes fahren oder Verspätungen. Die Stimmen mit Ostdeutschem Dialekt sind recht unprofessionell tragen aber dennoch zur Atmosphäre bei.
Die Fahrphysik ist durchaus gelungen, es fühlt sich sehr authentisch an und es macht Spaß mit den Bussen zu fahren. Hier ist es von Vorteil ein Gamepad oder Lenkrad zu benutzen. Die Steuerung mit der das Tastatur ist okay aber sehr hakelig.
Die Grafik ist auch nicht das gelbe vom Ei. Die Busse sehen ganz gut aus, die Personen oder die Stadt selbst ist eher grau und trist. Dafür hat OMSI recht hohe Hardwareanforderungen gemessen an dem was einem geboten wird.




Beim OMSI haben 2 Personen etwas geschafft was Entwicklern mit deutlich mehr Mitarbeitern wie Astragon nicht geschafft haben. Einen guten Bus-Simulator zu entwickeln.
Der OMSI bringt das Gefühl rüber in einem echten Bus zu sitzen. Er ist mehr Simulator als alle anderen bisher getesteten Bus Simulatoren. Die Möglichkeit fast jeden vorhandenen Knopf im Cockpit zu drücken ist sehr interessant und zeichnet auch einen guten Simulator aus.
Als Neuling wird man mit den vielen Einstellungsmöglichkeiten erschlagen und auch das Fahren selbst fordert ein wenig Einarbeitungszeit. Aber wer sich für Busse und Simulatoren interessiert findet dem OMSI den derzeit besten Bus-Simulator auf dem Markt zu einem erschwinglichen Preis. Einzig die Grafik sowie die geringe Einsteigerfreundlichkeit und die geringe Anzahl an Karten und Linien stechen negativ heraus.
Für jeden Bus und Simulator Fan ein must have!

Nachtrag zur Steuerung:
Der Steuerung per Tastatur funktioniert Problemlos, habe den OMSI lange zeit per Tastatur bedient. Gamepads werden auch unterstüzt aber leider ist es ziemlich kompliziert diesen zu konfigurieren.
Der meiste Spielspaß kommt auf wenn man ein 900° Lenkrad sein eigen nennen kann. Insbesondere für Simulatoren empfhele ich das Logitech G25 oder dessen Nachfolger das G27. Dieses Lenkrad ist ein hochwertiges 900° Grad Lenkrad inkl. H-Schaltung Kupplung, Lederlenkrad sowie hochwertige Edelstahl Kompotnenten. Dazu kommt noch das es viele Knöpfe hat welche besonders beim OMSI sehr wichtig sind. Dies hat aber leider seinen Preis. Das G27 kostet derzeit ca. 200€ und ist auch kompatibel zur PS3.


Sound 6/10
Grafik 7/10
Realismus 9/10

Spielspaß 9/10


Screenshots:

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Video:
Im folgenden Video ist die Community Strecke der Linie (9)34 in Duisburg zu sehen.

[bbvideo=560,315]http://www.youtube.com/watch?v=eg446_mZSac[/bbvideo]
Zuletzt geändert von furanos am 01.01.2013, 17:13, insgesamt 2-mal geändert.

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Black Diamond
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Beitragvon Black Diamond » 01.01.2013, 17:34

Sehr ausführlich, Vielen Dank. :ok: Ist für mich sehr interessant, da ich bisher um die Simulatoren einen Bogen gemacht habe. Ich wußte nicht einmal das es welche für die Konsolen gab. :rock:
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furanos
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Beitragvon furanos » 01.01.2013, 17:47

Black Diamond hat geschrieben:Sehr ausführlich, Vielen Dank. :ok: Ist für mich sehr interessant, da ich bisher um die Simulatoren einen Bogen gemacht habe. Ich wußte nicht einmal das es welche für die Konsolen gab. :rock:


Danke.
Simulatoren für Konsolen gibt es allerdings fast nur in Japan. ;)
Die Tokyío Bus Guide Reihe hat es leider auch nie in den Westen gschafft.
Zuletzt geändert von furanos am 01.01.2013, 17:47, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitragvon Black Diamond » 01.01.2013, 23:50

Stimmt. Bisher bin ich nur über AIV Evolution Global für die PS1 in die Nähe dieses Genres gelangt. Da mußte man ja auch Fahrpläne für Busse erstellen oder neue Busse kaufen. Alles natürlich nur am Rande der eigentlichen Aufbau-/Eisenbahn-Simulation. Das Spiel habe ich auch noch und mag es sehr gerne. Darum finde ich deine ausführlichen Review(s) auch recht interessant. Mich hällt aber die Sprachbarriere von diesen Titeln ab. Kanji-Schrift ist nunmal sehr schwer zu entziffern!?!?! Ich frage mich ohnehin wie ihr das so macht? Auch Goemon ist gemeint. Ihr zwei scheint öfter mal japanische Spiele im Laufwerk zu haben, oder?
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Beitragvon furanos » 02.01.2013, 08:27

Jap, ich spiele öfter mal japanische Games. Allerdings nur wenn die Sprachbarriere nicht zu hoch ist. Bei einem RPG würde ich auch kapitulieren. ;)
Bei den Simulatoren geht vieles übers ausprobieren und notieren.
Railfan ist das erste Game wo ich abundzu mein Smartphone zur Hilfe nehmen. Mit der Google Übersetzungsapp mach ich ein Foto von den Zeichen und er übersetzt mir das recht gut. Aber das auch nur bei einzelnen Wörten.
Als langjähriger Gamer weiß man inzwischen wo sich die meisten Standard Sachen befinden. ^^

Da ich derzeit auch ein wenig japanisch lerne sind manch einzelne Wörte wie Ja und Nein kein Problem. ;)

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Beitragvon MetalSnake » 02.01.2013, 09:12

Fand ich auch interessant zu lesen.
Spielst du auch noch andere Simulationsspiele oder interessierst du dich nur für Züge und Busse? Falls du Lust hast fänd ich einen solchen Bericht über die anderen Arten des Genres interessant.
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Beitragvon furanos » 02.01.2013, 17:47

Hab ich auch vor Snake. ;)
Neben Zug- und Bussimulatoren Spiel ich auch LKW Simulatoren.
Ich werde auch mal schauen das ich andere simulatoren teste, allerdings keine flugsimulatoren.
Und auch nicht den durchaus guten Landwirtschaftssimulator nicht weil ich dafür absolut kein Interesse habe.
Zuletzt geändert von furanos am 02.01.2013, 17:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Goemon » 02.01.2013, 20:10

Simulationen und Strategie Spiele aus dem Reich der aufgehenden Sonne haben es mir besonders angetan.
Insbesondere die Daisenryaku Serie. :D
Vor ungefähr 10 Jahren habe ich eine fast komplette japanische Anleitung zu einem Daisenryaku Teil übersetzt.
Dabei haben mir und helfen auch noch heute, dass Internet und Langenscheitds Wörterbuch geholfen.

Wer sich japanische Software kauft,sollte Geduld und Entdeckergeist mitbringen.
Man muss nämlich viel ausprobieren und auch notieren.


Die "Testberichte" von furanos haben mir ebenfalls sehr gut gefallen.
Bitte mehr davon :ok:

Tokio Bus Guide für Dreamcast ist ein wirklich guter japanischer Bus Simulator.
Omsi ist wirklich ein Klasse Simulator, nur halt wenig einsteigerfreundlich.

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Beitragvon furanos » 02.01.2013, 22:43

Danke! :)
Ich weiß gar nicht ob ich im Review erwähnt habe das der OMSI nicht Einsteigerfreundlich ist.
Das Spezial habe ich vor 2 Jahren mal geschrieben für ein anderes Forum.

Nachdem ich OMSI gekauft habe war ich erstmal überfordert. Erst nach Ausführlichem Lesen des Handbuchs kam ich wirklich klar mit dem OMSI.
Hat man einmal den Dreh raus ist es aber ein klacks. ;)
Zuletzt geändert von furanos am 02.01.2013, 22:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon niche » 03.01.2013, 17:35

Erstmal klasse Bericht !! :ok: Habe auch mal Tokio Bus gespielt aber leider nie kapiert warum ich immer Punktabzug bekommen habe ^^


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